Geschichte

brunnen

Einer der ältesten Orte im Sauerland

Weit älter als aller Häuserbestand ist die Geschichte des Ortes Züschen und seiner Freigrafschaft mit ihren berüchtigten Freistühlen.

Wegen der unmittelbaren Grenzlage zwischen den Völkerschaften der Sachsen und Franken und wegen seiner im Frühmittelalter bedeutsamen Erreichbarkeit am Fuße der verbindenden Königsstraße zählt die wohl einmal mit einem natürlichen Burgring ausgestattete Ansiedlung zu den ältesten Orten im Hochsauerland südlich des Rothaarkamms.

Der Ort, der als „Tuscene“ im 793 angelegten Privilegienbuch des Klosters Werden (a. d. Ruhr) in Erscheinung tritt, war Mittelpunkt der gleichnamigen, einmal blühenden Freigrafschaft eben dieser karolingischen Gründertradition und hat, darauf weisen erhalten gebliebene Bezeichnungen hin, den fränkischen Königen und ihren Mannschaften auf ihrem Zug zu den Sachsen als Versorgungsstation gedient. Beginnend mit ersten Absplitterungen und dem späteren Zugriff des Kölner Erzbischofs auf die Grafschaft, der mit der Gründung der kölnischen Städte Hallenberg und Winterberg im 13. Jahrhundert einherging, setzten sich über Jahrhunderte die Streitereien zwischen Köln und dem gräflichen Adel wegen des hoheitlichen Machtanspruchs fort. Erst am Ende des 17. Jahrhunderts löste sich der Freigerichtszwang auf, der dem Territorialgedanken gleich kam und endlich konnte auch für die resistent gebliebenen Grafschaftsorte Züschen, Liesen und Hesborn die uneingeschränkte Hinwendung zum Herzogtum Westfalen erfolgen. Der kirchliche Einfluß aber, den die Kölner Erzbischöfe seit der Einbeziehung in ihre Diözese um 1300 ausgeübt hatten, blieb bis 1803 erhalten. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Züschen im Jahr 1243.

St. Johannes Baptist

Auch die Kirche St. Johannes Baptist ist mit der frühen Geschichte Züschens und seiner Freigrafschaft eng verknüpft.

Das heutige Gotteshaus, eine 1857 fertiggestellte, fünfjochige Hallenkirche im Stil der Neugotik mit einem schlanken Westturm, steht in der Mitte des Dorfes auf einem Hügel, auf gleichem Boden, wo schon ihre früh bezeugte Vorgängerin, die Tauf- und Wehrkirche der Freigrafschaft gestanden hatte. Bedeutendstes Kunstwerk ist der barocke Altar von 1711, ein Frühwerk der renommierten Künstler Heinrich und Christophel Papen. Bemerkenswert ist auch der dort ausgestellte, durch die Altertumsforschung des Landschaftsverbandes NRW untersuchte Reliquienfund, der u.a. Relikte aus der karolingischen Kirchengründerzeit enthält.